Falsche Opfer

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Kurzrezi über Bomben, Liebe, Missbrauch, Fußballfans und ein wiedervereintes A-Team.
Das Buch von Arne Dahl „Falsche Opfer“ ist nun auch schon siebzehn Jahre alt, doch erst jetzt habe ich es mir ausgeliehen. Um die Jahrtausendwende waren internetfähige Handys noch nicht so oft zu haben, zumindest waren sie sehr teuer. Es ist witzig darüber nachzulesen, wie diese technische Weiterentwicklung der Mobile Phones einem Kriminalroman eine ganz neue Dimension schenkt.
Da habe ich mich beim Krimi von Ulrich Ritzel „Forellenquintett“ darüber mokiert, dass man zu viel von den vorhergehenden Teilen einer Serie wissen muss, um wirklich mitzukommen. Das ist hier bei Arne Dahl ganz anders und für mich wichtig, da ich die ersten beiden Bände dieser Reihe nicht gelesen habe. Immer wieder wird über kurze Rückblenden genauestens erläutert, wie der Stand des sogenannten A-Teams um seine Hauptermittler Paul Hjelm und Kerstin Holm nun ist. Wer mit wem gut arbeiten kann, wer wann wo strafversetzt wurde und nun wieder zusammenarbeitet. Selbst einer der bereits im Ruhestand befindlichen Kommissare muss zurückkehren, um die nun wieder zusammengeführte Truppe zu unterstützen.
Aber was ist nun in dem virtuos spannenden Krimi passiert? Viele Erzählstränge müssen zusammengeführt werden, das steht fest. Da wird ein Knastinsasse in die Luft gesprengt, aber derart präzise, dass ausschließlich dessen Zelle zerfetzt wird. Bei einer Kneipenschlägerei zwischen Fußballfans stirbt einer der Beteiligten und alle wollen nur noch raus. Doch was ist da tatsächlich passiert? Gibt es eine Verbindung zwischen den Vorfällen? Und dann passiert ein Massaker zwischen mindestens zwei rivalisierenden Banden, wobei es ebenfalls zu einer Explosion kommt. Die Zeugenaussagen bei den Vorfällen wollen einfach nicht wirklich passen, immer wieder stellen die Kollegen des A-Teams anhand von Zeichnungen die Sitzplätze des Kneipentatortes aller Zeugen zusammen. Ein wichtiger Zeuge, der angeblich still vor sich hin in einem Buch gelesen haben will und nichts mitbekam, ist unauffindbar. Und schließlich sind auch noch die Kommissare der Pädohilentruppe involviert sowie zwei Liebespaare, eines auf der Seite der Polizei, eines auf der Seite der Opfer? Oder doch Täter? Die Spuren führen ins ehemalige Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten, zu Pädophilen, korrupten Polizisten und vielem mehr. Das innig verliebte Polizistenpaar arbeitet in zwei verschiedenen Bereichen, das aber viel mehr miteinander zu tun hat, als es im ersten Augenblick erscheint. Doch da beide aus Respekt voreinander die Schweigepflicht penibel einhalten, kommt es fast zu Katastrophe.
Und die sehr teuren internetfähigen Handys, von denen ich am Anfang berichtet hatte, spielen auch eine wichtige Rolle. Wer sind diese Leute, die sie benutzen, als wäre es absolut nichts neues für sie, immer und überall vernetzt zu sein? Wie einfach es auf der einen Seite noch um das Jahr 2000 war, sich im World Wide Web zu verstecken, so schwierig waren wohl die Recherchen. Doch mit jedem Tag werden Erfahrungen gemacht, um die dunklen Stellen zu ermitteln, die Verstrickungen zu lösen, wie auch diesen komplexen Fall. Toll geschrieben bis zur letzten Seite. Falls also noch jemand dieses Buch nicht kennt, auf der Suche nach einem guten Kriminalroman ist, der liegt hier mit Sicherheit nicht falsch.
Im Netz findet sich genug über den Autor, trotzdem hier ein Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Arne_Dahl

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