Allein gegen den Feind

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So wie auch schon im Buch des Journalisten Jeremy Scahill „Schmutzige Kriege – Amerikas geheime Kommandoaktionen“ auf die aufeinander eifersüchtigen Ministerien und Institutionen in Amerika hingewiesen wurde, wird entsprechend auch im nachfolgend vorgestellten Buch hingewiesen. Und zwar mehr als einmal.
In dem von Ex-FBI-Agent Joe Navarro „Allein gegen den Feind – Wie ich den größten Skandal der USA aufdeckte“ geschriebenen, als Thriller deklarierten Buch, sind die Schwierigkeiten, die ein Ermittler zu ertragen hat, kaum verhüllt. Ob sich die Geschichte, ich ich in groben Zügen erläutere, tatsächlich so zugetragen hat, habe ich nicht recherchiert.
Um was geht es? Während des kalten Krieges wird Rod, in Deutschland stationiert, von einem seiner Kameraden angeworben, ihm dabei zu helfen, streng geheime Dokumente an den Feind zu verkaufen. Die Geschichte spielt um die Zeit 1988 bis 1990, und natürlich die Zeit davor, als Rod in Deutschland war. Wie er zur Spionagetätigkeit kommt, woher die Dokumente stammen, warum sie keiner vermisst, all das wird beschrieben. Nach einem Drogendelikt wird Rod aus der Armee entlassen und nach Hause geschickt. Der FBI-Agent Joe Navarro wird beauftragt, nachdem die Behörden auf Rod aufmerksam wurden, diesen zu befragen, ob er irgendetwas wüsste von dem inzwischen verhafteten Kameraden. Die Geschichte von Joe, ein Einwandererkind und sehr bemüßigt, ein guter Amerikaner zu sein, wird ebenfalls erzählt. Joe, der sich auf seine Fähigkeit verlässt, Verdächtige anhand ihrer Körpersprache zu analysieren, ist sich von Anfang an sicher, dass Rod schuldig ist. Denn er hat in einer bestimmten Situation während eines Gespräches verdächtig gezuckt. Am liebsten arbeitet er alleine, bei Rod aber gerne mit einem weiblichen Agenten, die für diesen einen Mutterersatz sein soll, Vertrauen aufbauend, ihn dazu zu bringen, Geheimnisse zu verraten und sich selbst gleich mit, damit Joe ihn ins Gefängnis bringen kann. Das alles ist gar nicht so einfach, wenn nicht die Geheimdienste, Außenministerium, Armeeverwaltung und noch viele andere Institutionen vor lauter Neid sich gegenseitig im Weg stehen würden. Noch dazu fällt die Berliner Mauer, der kalte Krieg endet, diese Art der Spionage, wie Rod und sein Kamerad es betrieben haben, wird nicht mehr benötigt. Aber Verbrechen ist Verbrechen und Joe versucht mit allen Mitteln Rod zu überführen.
Gleich auf den ersten Seiten finde ich Schreibfehler, was mich gar nicht mehr aufregt, wenn da nicht diese Bemerkung wäre, einen Text abschließend rückwärts zu lesen, eine von Navarro empfohlene gute Methode, um Tippfehler aufzudecken. Rod ist angeblich super intelligent und hat ein fotografisches Gedächtnis. Irgendwie kann ich es dem Autor aber nicht abnehmen. Wenn Rod wirklich so schlau ist, warum führt er dann dieses nicht gerade tolle Leben?
Der FBI-Agent wirkt eingebildet, arrogant, sehr von sich überzeugt. Nur die anderen Kollegen handeln uneinsichtig, in seinen Augen falsch und auf deren eigene Vorteile bedacht. Das wirkt nicht gerade sympathisch. Über den Schreibstil fallen mir Worte ein wie kernig, markig, für männliche Leser gedacht. Seinen Kolleginnen gegenüber verlangt er sehr viel ab, bewundert und respektiert sie aber gleichwohl. Bürokratie ist ihm ein Dorn im Auge, da kann er sich noch so sehr abstrampeln, aber wehe ihm fehlt der Beleg, dass mit seinem Fahrzeug die nötigen Untersuchungen getätigt wurden. Da kann man schon fast Mitleid haben. Über die immense Arbeitswut vergisst er seine eigene Familie, vernachlässigt seine Gesundheit, und ob er noch die Kraft aufbringt, diese Erkenntnisse zu erlangen, wird hier nicht verraten.
Über den Autor verrät uns die Internetseite https://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Navarro einiges.

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