Das Cafe am Rande der Welt

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Bereits von 2003, erst jetzt in meinem Bücherstapel entdeckt und sofort angefangen zu lesen. Hier ist mein Eindruck:

Stell Dir vor, Du willst ein paar Tage ausspannen, weißt eigentlich nicht so genau wohin Du willst, fährst mal drauf los und dann stehst Du im Stau. So fängt das kleine Buch von John Strelecky „Das Café am Rande der Welt“ an. Die Erzählung über den Sinn des Lebens ist kurz, mit vielen schönen Skizzen gespickt in 17 Abschnitten unterteilt. John, unser Protagonist, will einfach nur den Stau umfahren als er merkt, dass er sich völlig verfahren hat. Er weiß nicht mehr wo er ist, nur dass seine Benzinanzeige ihn langsam und allmählich gerne in die Nähe einer Tankstelle fahren sehen möchte.
Der Autor lässt uns mit John umherirren bis er, als er sich schon im Dunkeln zu Fuß nach einer Tankstelle gehen wähnt, noch einmal links abbiegt und endlich ein Licht erblickt. Wie das Licht am Ende eines Tunnels, ein Ausweg, ein Ziel. Oder der Anfang einer magischen Geschichte. John findet sich in einem Café wieder, das aussieht, als hätte es die besten Tage hinter sich aber unglaublich gemütlich. Hier lernt John im Laufe der nächsten Stunden drei Menschen kennen, die sein weiteres Leben auf den Kopf stellen werden. Da ist zunächst Casey, Bedienung und Seele des Cafés, die mit John viele tiefschürfende Gespräche führen wird, während er ein riesiges Frühstück zu sich nimmt. Und dann Mike, der Koch, der ihn mit allem, was John schmecken könnte verwöhnt. Als Dritte ist da Anne, die bereits öfters im Café war und ihr Leben ziemlich umgekrempelt hat.
Doch was ist nun so besonderes an dieser Erzählung? John findet nicht nur viele tolle Speisenangebote auf der Karte, sondern auch drei Fragen, die ihn regelrecht anspringen. Besonders die Erste: Warum bist Du hier? Das Spiel mit den Worten beginnt. Und es scheint, als wenn diese Frage ab und an ihre Worte tauschen würde: Warum bin ich hier. Casey und John beginnen eine philosophisch angehauchte Unterhaltung, bei der John viele Fragen stellt, die Casey ihm aber mitnichten beantwortet. Im Gegenteil, er bekommt Gegenfragen zu hören, die ihn immer tiefer in sich hinein lauschen lassen, sein Leben gründlich überdenkt. Und als Leser kommst Du auch ins Grübeln, überlegst, was ist der Sinn Deines Lebens, was erfüllt Dich so, welche Tätigkeiten machen Dir Freude und vieles mehr.
Dadurch, dass John seine Fragen nicht einfach beantwortet bekommt, sondern nur Hinweise, auch durch Mike, erfährt er viele Aha-Momente, bei denen er langsam zu begreifen scheint, was es mit den Fragen und vor allem den selbst gegebenen Antworten auf sich hat. Casey bringt irgendwann Anne zu ihm, damit sie sich ebenfalls unterhalten können. Sie berichtet von ihrer eigenen Wandlung. John ist schwer beeindruckt. Die Ruhe, die alle Personen ausstrahlen, trotz des nicht ganz einfachen Themas, lassen einen auch selbst ruhig bleiben. Was nutzt auch zu schnelles agieren, lieber einen Schritt nach dem anderen, so, wie es auch Anne und Mike erzählen.
Schritt für Schritt herausfinden, wer man ist, was einen ausmacht, sich nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen lassen, seinen Platz in der Menge finden ohne sich zu sehr von Anderen in deren Richtung schubsen zu lassen. Das und vieles mehr erfährt John in dieser Nacht, obwohl er eigentlich ein paar Tage ausspannen will, seine Batterien wieder aufladen und seinen Job als Manager weitermachen. John stellt viele wichtige Fragen, die auch wir uns stellen würden. Ob er von den Dreien die für ihn passenden Antworten bekommt beziehungsweise Hinweise darauf?
Man muss es wollen, sich einlassen auf vielleicht unbequeme Fragen und Antworten. Der Autor lässt John auch Fragen nach dem Geld, dem Lohn für ein anderes Leben stellen und bekommt Beispiele genannt, die im ersten Moment einfach erscheinen. Aber es lohnt sich, darüber einmal nachzudenken. Für alle, die auf der Suche sind, oder auf die Suche gehen wollen, nach etwas Neuem.

Weitere Informationen unter: https://www.dtv.de/special-john-strelecky/start/c-802

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