Die Kanzlerin

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Die Vorstellung, dass eine Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland einfach mal untertauchen muss, ist grotesk, aber alternativlos. Ohne einen Kompromiss einzugehen, stellt sich die Autorin Linda Behringer in ihrem Buch „Die Kanzlerin“ diese als überaus gefühlvolle Person vor, die leider von ihrem Pressesprecher versteckt wird. Versteckt werden muss! Denn die Staatsanwaltschaft ist hinter ihr her, haben doch gewissenlose Journalisten, ohne auf ihren Status der ewig Lügenden zu achten, gar fürchterliches über die Kanzlerin herausbekommen und veröffentlicht.

So umgeht ihr Pressesprecher, dass ihr, der Chefin, mal wieder die Hand ausrutscht und sie aus diesem Grund die nächste Wahl verlieren könnte. Ja, Behringer fällt sehr viel ein, was die deutsche Kanzlerin sein könnte, auch bei ihrem Ehemann und Bekanntenkreis. Das ist lustig, schräg, verdächtig skurril und wirkt sehr charmant. Dabei wirken manche Absätze leicht holprig, der zweite Satz vor dem ersten geschrieben, was für Erklärungen sorgt, die zwar auch kommen, aber in dem Moment den Lesefluss erst mal hemmen und für Fragezeichen in den Gesichtern der Leser sorgt.

Eine Kanzlerin die Ohrfeigen verteilt, wenn ihr der Kragen platzt, wie herrlich ist das denn? Da entstehen in Tagträumen noch so manche Phantasien, bei welchen Personen ihr das passieren könnte. Und dann wird sie auch noch des Steuerbetruges verdächtigt, ausgerechnet sie! Dafür erleben wir sie dann ein paar Tage in einer nicht gerade reinlichen Berliner WG, in der sie sich auch noch wohlfühlt. Kann sie doch dem politischen Getriebe endlich einmal ausweichen, völlig ungezwungen Gespräche führen und ihren mütterlichen Trieben freien Lauf lassen.

Die Autorin versieht die Protagonisten mit Namen, bei denen man am Anfang aufpassen muss, sich nicht zu verlesen, die eigene Phantasie und die Realität nicht zu verwechseln. Dabei beweist sie ebenfalls Humor, wie auch beim Ablauf der Geschehnisse.

Was für schlechte Lesequalität sorgt, sind die Satzarbeiten. Manche Zeilen wirken gezerrt, manche gequetscht, da merkt man, dass das Buch im Print on Demand Verfahren erstellt ist, wohl eine sehr grobe Gestaltung, die wenig professionell wirkt, was sich auch bei den Absätzen widerspiegelt. Überflüssig ist das Inhaltsverzeichnis für die 172 Seiten, das eng gesetzt und in zu dicken Buchstaben auf eine Seite, wie es scheint, passen musste. Für 9,99 Euro ein kurzweiliger Spaß, bei dem man gerne wissen würde, was die echte Kanzlerin dazu sagt.

Mehr über das Buch und die Autorin findet man über www.diekanzlerin.cool sowie über http://www.facebook.com/BuchdieKanzlerin

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