Good Girl – Entführt

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Das als Roman klassifizierte Buch von Mary Kubica „Good Girl – Entführt“, kann sehr wohl als Thriller durchgehen. Es ist ihr Erster, der in den USA von Lesern und Presse begeistert aufgenommen wurde, was auch kein Wunder ist.

Zunächst einmal ist da der Schreibstil von Kubica, die ihre Geschichte von drei Protagonisten erzählen lässt sowie aus zwei Zeitlinien, beschrieben als VORHER und NACHHER. VORHER, das ist die Zeit, bevor eine Familie eine verloren gegangene Tochter wiederfindet, NACHHER, da beginnt die Aufarbeitung der Entführung. Beide Zeitlinien und die Erzähler werden ständig abgelöst, sodass man genau aufpassen muss, wer wann gerade zu welcher Zeit die Geschichte weiterspinnt. Das große Finale am Ende überrascht bestimmt so manchen Leser, macht man sich doch immer wieder Gedanken darum, wie was zusammenpasst.

Wie schon der Klappentext und der Titel verraten, wird eine Lehrerin, Mia Dennett, entführt. Doch von wem und warum? Als sie dann nach einer spektakulären Befreiung die ersten Worte von sich gibt, behauptet sie steif und fest, sie ist Chloe.

Doch bis wir zu dieser Befreiung kommen, dauert es. Die Autorin verwebt von Anfang an die Sichtweisen von der Mutter des Opfers, Eve, dem ermittelnden Detective, Gabe Hoffmann und dem Entführer, Colin.

Nach und nach bekommen wir Einsichten in das Eheleben von Mias Eltern, durch Eve, ihrer Mutter. Der Vater, ein sehr reicher Richter, völlig gefangen in seiner Korrektheit und blind gegenüber den Begabungen seiner jüngeren Tochter, die eine herausragende Zeichnerin ist. Da er sich von allem abwendet, was Kunst betrifft und sozial schlechter gestellten Menschen, so sehr will die sich von ihren Eltern vernachlässigt gefühlten Tochter genau das aus ihrem Leben machen. Sich der Kunst hingeben und gleichzeitig als Lehrerin an einer Schule für benachteiligte Kinder Gutes bewirken. Ihre Mutter grämt sich, ihren beiden Töchtern, auch der älteren, Grace, nicht die Mutter gewesen zu sein, die sie sein wollte.

Detective Gabe Hoffmann soll nun in der VORHER-Situation herausbekommen, wo zum Teufel Mia steckt, wer sie entführt hat und warum. Dabei gerät er immer wieder auch mit dem Richter aneinander, weil Gabe es einfach nicht verstehen kann, wie ein Vater nicht wissen will, wie sein Kind lebt, arbeitet, was es fühlt und denkt. Für ihn zählt nur die erste Tochter, die ganz nach ihm kommt. In der NACHHER-Situation will er unbedingt herausfinden, warum das Ganze überhaupt passiert ist. Dabei ist er sich der Bauernopferrolle bewusst, die er eingenommen hat. VORHER: wenn er Mia nicht findet, ist er seine Karriere los und NACHHER ebenso, wenn er die Gründe für die Entführung und auch die dahinter stehenden Mittäter nicht findet.

Colin nun, der Entführer, erklärt uns nach und nach die Beweggründe für sein Handeln und seine Empfindungen für Mia beziehungsweise Chloe. Und warum sie sich über Monate in einer Blockhütte versteckt halten. Wovor hat Colin solche Angst? Durch seine Augen sehen wir die Ängste von Chloe, ihre Fluchtversuche und Verzweiflung, diese Kälte, die sie durchdringt, nie ist es ihr warm genug, dieser jungen Lehrerin.

Der Autorin gelingt in ihrem Debut die komplizierte Vermischung von Raum und Zeit. Die Drei Augenpaare, durch die wir die Story sehen ist manchmal gespenstisch, oft traurig, zum richtigen Zeitpunkt spannend. Nur an einer Stelle hakt die Logik, was aber den Lesespaß absolut nicht bremst, das Ende ist ein Knaller!

https://www.randomhouse.de/Autor/Mary-Kubica/p570434.rhd

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