DEAD END

Dead EndLacey Flint 2 von Sharon Bolton

 

Oha! Was für ein Thriller.
Dead End von Sharon Bolton hat es in sich, und das nicht zu knapp. Der zweite Krimi einer Serie mit den Beamten DC Lacey und DI Mark Joesbury mit der Übersetzung aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger liest sich sehr flüssig, man bleibt richtig dran kleben.
Um was geht es? In der altehrwürdigen Universitätsstadt Cambridge gibt es eine unerklärliche Häufung von Selbstmorden, die zwar statistisch auf den ersten Blick nicht aus dem Rahmen fallen, bei näherer Betrachtung zeigen sich aber Merkwürdigkeiten. Deshalb soll DC Lacey Flint sich Undercover als Studentin ausgeben und einfach mal sehen und ein wenig hören, was drum herum geschieht. Diesen Vorschlag macht ihr DI Mark Joesbury, der schwer in sie verliebt ist, sich aber nicht wagt, es ihr gegenüber auch nur ansatzweise zu zeigen. Schließlich ist er in der Hierarchie weiter oben und wie würde das aussehen. In ihrem ersten gemeinsamen Fall, im Buch Dunkle Gebete, hatten sie bereits das Vergnügen der Zusammenarbeit, und was damals geklappt hat, soll jetzt auf Wunsch ihrer Vorgesetzten auch wieder harmonieren.
Die Anspielungen auf ihren ersten Fall sind so platziert, dass sie genug aufklären, wie und in welchen Konstellationen sie zueinander stehen, und zwar so, dass das Buch alleine für sich stehen kann. Es macht aber schon ein wenig neugierig und lässt einen in der Buchhandlung nach den anderen Teilen der Serie stöbern.
Die Autorin schickt also die bereits Mittzwanzigerin als Studentin nach Cambrige, die natürlich viel mehr macht, als sie eigentlich soll, sie fängt von sich aus an zu ermitteln. Und was sie da erlebt, lässt einem der kalte Schweiß ausbrechen. Die Selbstmorde sind in ihrer Art sehr heftig und wirken einfallsreich. Und vor allem, keiner gleicht dem Anderen. Mit an ihrer Seite und als einzig Eingeweihte ist die Psychiaterin Dr. Evi Oliver, die im psychologischen Dienst der Universität arbeitet. Zu ihr und ihren Mitarbeitern können die Studierenden, die unter anderem über Schlafprobleme oder Depressionen leiden, gehen. Zusammen stellen sie fest, dass es hauptsächlich junge Frauen sind, die versuchen, ihrem Leben ein frühzeitiges Ende zu setzen. Allerdings geschieht das teilweise auf so komplizierte Weise, dass einem schon früh der Verdacht kommen könnte, dass da etwas nicht stimmen kann. Noch dazu hatten viele der Opfer Kontakt mit Evi oder ihren Mitarbeitern und klagten ihnen gegenüber über Angstträume, Schlafmangel und Depressionen. Deshalb schöpfte Evi Verdacht und informierte eine Freundin, die wiederum jemand bei der Kripo kennt und deshalb ist Lacey nun vor Ort.
Doch was geschieht da bloß? Was treibt die jungen Menschen in den Selbstmord? Warum schließen die Behörden so schnell die Fälle ab? Auch dem Coroner fällt anscheinend keine Unstimmigkeiten auf. Unterdessen macht sich DI Joesbury Vorwürfe, weil er merkt, dass Lacey doch mehr unternimmt, als einfach nur den Lockvogel zu spielen. Denn eines ist klar, die Selbstmorde passieren nicht einfach so, irgendjemand treibt die Opfer dazu, sich zu suizidieren. Und den will DI Joesbury kriegen, allerdings nicht auf Kosten Laceys, die mit ihrer Schnüffelei schlafende Hunde weckt.
Die einzelnen Todesfälle, nein, ich beschreibe hier keinen einzigen, sind wirklich kompliziert. Und ich hätte mir gerne mehr Aufklärung gewünscht, wie sie von statten gingen. Vor allem am Ende gehen wie so oft einige Protagonisten verloren, man kann nur erahnen, was mit ihnen geschieht, aber vielleicht tauchen sie ja in einem weiteren Buch wieder auf. Die Dramaturgie hingegen lässt nichts aus. Die vielen einzelnen Figuren greifen wie in einem mehrschichtigen Zahnrad immer näher zueinander. Ein super Spannungsbogen lässt einen das Buch schwer aus der Hand legen. Doch verfilmt möchte ich es lieber nicht ansehen, das wäre ein echter Horrorfilm für Hartgesottene.
Erschienen unter dem Label Manhattan-Verlag bei Wilhelm Goldmann Verlag in München, wie all die Thriller dieser Reihe und auch andere Bücher der Autorin, die sämtlich von Marie-Luise Bezzenberger übersetzt wurden.

Weitere Informationen sind unter www.sjbolton.com und

https://de.wikipedia.org/wiki/Sharon_Bolton erhältlich.

 

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