SCHOKOWEISS

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Eine nicht alltägliche Geschichte, fast wie ein Märchen, auf jeden aber Fall mit unglaublich viel Phantasie geschrieben ist das Buch von Alex Richter „Schokoweiss“. Mit 306 Seiten Text, nur über Amazon zu beziehen, ist es eines dieser Bücher, das keinen Verlag erreicht hat. Was mich beeindruckt hat, ist die wirklich hohe Wortevielfalt und -kreativität. Wenn man es also jungen Zuhörern vorliest oder Leseanfänger darin herumblättern, sollte man sich auf so manche Nachfrage einstellen.
Doch worum geht es nun? Nic und Cas sind zwei Schneemänner, der eine weiß mit Augenklappe, der andere durch Schokoladenpulver dunkel eingefärbt. Eines Tages bemerken sie nun, dass sie denken, fühlen, sich bewegen können. Doch Nic ist krank, ständig quält ihn ein Juckreiz in seiner Karottennase, er hat Angst sie zu verlieren, oder, zum Hasenpubs noch eins, sogar von einem dieser weißen Hoppler weggefressen zu bekommen. Er muss zum Arzt! Auf dem Weg dorthin erleben sie ungeheuerliche Abenteuer: Ein riesiges Schneemonster, der sich unsichtbar machen kann, schließlich will er keinen erschrecken, begegnen sie ebenso wie mit schwarzen Sonnenbrillen bewaffnete weiße Schneehasen. Und das ist längst nicht alles. Es gibt Parallelwelten, Feen, bunt schillernde Schneeflocken, die sich in Schmetterlinge verwandeln können, ein altes Scheunentor mit einem klemmenden Schlüssel und vieles mehr. Kaum kommen sie den Arzt einen Schritt näher, wartet schon das nächste Debakel, eine neue Aufgabe und damit neuen Figuren. Ich könnte viel verraten, aber das will ich gar nicht.
Die Autorin liebt ihre Figuren, gibt ihnen Charme, Würde, ein Eigenleben, selbst wenn sie für das Verständnis mancher Leser seltsam anmuten. Zum Ende hin findet alles seine Erklärung, nichts wird ausgelassen, auch wenn die Phantasie viele Sprünge vollführt. Und wenn in manchem Werk die ein oder andere Figur plötzlich ohne Angaben von Gründen nicht mehr auftaucht, das passiert hier nicht.
Aber man merkt dem Werk an, dass vieles selbst übernommen werden musste, ein paar Probeleser oder ein gutes Lektorat hätte sicher so manche Fehler oder holprige Überleitungen zu den nächsten Absätzen ausbügeln können. Ich kann mir auch vorstellen, dass es manchem Zeichner in den Fingern juckt, um den vielen Figuren ein Gesicht zu geben. Es wäre eine herrliche Weihnachtsgeschichte, sogar in mehreren Teilen, so viele einzelne in sich geschlossene Kapitel sehe ich hier verborgen. Ach ja, über die merkwürdigen Abkürzungen ihrer Namen werden wir selbstverständlich auch aufgeklärt.
Für Leser, denen Träume, Phantasie und das Weggleiten in eine magische Welt wichtig sind, genau das Richtige.

https://www.amazon.de/Schokoweiss-Alex-Richter/dp/1519735367/ref=sr_1_sc_1?s=books&ie=UTF8&qid=1476388099&sr=1-1-spell&keywords=schoko+weiss+alex+richter

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