STRESS -das Lebenselixier

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Ein Sachbuch des Jahres, für Pflanzen, habe ich ja bereits gefunden: Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben. Meine Rezension dazu findet sich ebenfalls auf meiner Seite Bücherspiegel.

Nun aber habe ich ein weiteres Sachbuch gefunden, diesmal zum Thema Stresshormone des Menschen:
Stress – Ein Lebensmittel von Urs Willmann. Der Zusatz im Titel gehört meines Erachtens noch differenzierter betrachtet: ein Mittel zum Leben, zum Über-Leben, um überhaupt Leben zu können, um uns im Leben weiterzubringen, unser Menschsein – Dasein in der Evolution weiterzubringen. Damit das besser auffällt, ist es komplett in Orange gehalten, auch die Schnittflächen, und die haptischen Oberflächen in weiß.

Stress, was ist das überhaupt? Der Autor Urs Willmann, unter anderem Wissenschaftsredakteur, wollte es genauer wissen. Jeder/Jede beziehungsweise viele von uns beklagen sich über ein zu viel an Stress, wollen diesen vermeiden, lesen Bücher, Zeitschriften, besuchen Kurse zur Stressvermeidung und vieles mehr, meinen damit aber nur den für sie schädlichen Distress, nicht den guten Eustress. Gar keinen Stress zu haben bedeutet, ganz klar, der Tod, nur in diesem Zustand werden wir keinen Stress mehr wahrnehmen. Selbst, ob eine Stresssituation nur von kurzer Dauer ist, oder doch länger anhält, bedeutet noch nicht, dass er weniger oder mehr schädlich ist. Willmann lässt sich durch viele Tests selbst überzeugen, dass es vielmehr damit zu tun hat, wie wir die Situation empfinden.

Wir müssen uns nur mal vergegenwärtigen, was wir so alles unternehmen, um Angst und Schrecken zu verspüren. Kann sich keiner vorstellen? Aber ja doch. Horrorfilme anschauen oder Krimis, Thriller lesen und Achterbahn fahren. Für viele ist fliegen nicht gerade toll, aber der Grund, nämlich unseren Urlaub zu genießen, lässt diesen Stress in einem anderen Licht erscheinen. Sich zu verlieben ist purer Stress, der Atem geht Stoßweise, der Puls rast, alles in uns gerät völlig außer Kontrolle. Das ist positiver (Eu-)Stress. Nach dem Empfinden von positivem Stress fühlen wir uns wohlig, können viel tiefer entspannen als nach einem unspektakulären normalen Tag. Anders herum ist der negative (Di-)Stress schädlich für uns, egal wie lange diese Phase anhält. Das geschieht nicht nur durch eine ungeliebt ausgeführte alltägliche Arbeit im schlechten Umfeld, die über Monate oder Jahre anhält, sondern auch, wenn wir nach kurzem Spurt doch noch vom Hund erwischt und gebissen werden.

Der Autor führt uns durch viele verschiedene Situationen, erklärt anhand des Zusammenspiels der Hormone was bei uns wie passiert, vor allem in den verschiedenen Hirnregionen und räumt mit so manchem Vorurteil beziehungsweise falschen Informationen auf. Der Manager, der sich austoben kann, in seinem Wirken sich erfüllt , ohne sich großartig vor Anderen rechtfertigen zu müssen, wird viel seltener „gestresst“, als derjenige, der aufs Abstellgleis gestellt zum Nichtstun verdammt wird.

Positiver Stress hält uns also gesund und macht uns stark, das ist mein Fazit daraus. Dabei liest sich das schon zum Teil sehr wissenschaftliche Buch leichter als man vermuten würde, was natürlich an den lebensnahen Beispielen liegt, die mir persönlich gut gefallen haben.
Wenn mich also jemand in Zukunft fragt, ob ich mir ein Leben ohne Stress vorstellen kann, werde ich das vehement verneinen. Ganz im Gegenteil, eine Prise guten Stress lasse ich mir nicht nehmen; und so werde ich weiterhin sehr knapp aus dem Haus gehen, um meinen Bus gerade so zur erwischen, mich mit diesem Glücksgefühl auf den Sitz werfen und meinen Puls wieder auf Normalmaß und vielleicht sogar ein wenig tiefer fallen lassen. Positiv gestimmt, Muskeln zum Wachsen angeregt, die Haut gut durchblutet, so lässt sich ein Tag auch gut anfangen. Unter Anderem.

 

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